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Kryotherapie: Kälte lindert Schmerzen
Behandlung mit Kälte soll helfen, Schmerzen zu lindern. Bei der Kryotherapie werden dazu Temperaturen unter 0 Grad eingesetzt. Eingesetzt wird das Verfahren bei Wirbelsäulen-
und Gelenksbeschwerden, bei Zerrungen und Prellungen und bei Überbeansprungen wie Sehnenscheidenentzündungen oder Schleimbeutelentzündungen.
Experimentelle Untersuchungen zeigen, dass die Kältebehandlung in die Blutdruckregulation, den menschlichen Stoffwechsel und die neurale, auch nervale Steuerung genannt,
eingreift. Allgemein versteht man unter Kältetherapie Maßnahmen, die einen Wärmeentzug des Gewebes bewirken. Anwendungen mit einer inerten Temperatur unter 0 Grad Celsius werden als
Kryotherapie - eine besondere Form ist die Kaltgas-Therapie - bezeichnet, jene darüber als Kältetherapie. Die Kaltgas-Therapie führt über eine Gefäßengstellung zu einer
Durchblutungseinschränkung auf 60 bis 80 Prozent der Ruhedurchblutung, welche für mindestens 30 Minuten anhält, so Dr. Martin Nuhr, Facharzt an der Universitätsklinik für Physikalische
Medizin und Rehabilitation in Wien.
Die Abkühlung der Haut und der darunter liegenden Fettschicht erfolge rasch, jene der Muskulatur deutlich langsamer. Nach Beendigung der Kälteexposition beginnt die
Wiedererwärmung. Auch hier erwärmen sich Haut und Fettgewebe wesentlich rascher als muskuläres Gewebe, da zuerst in den oberflächlichen Schichten die Ausgangstemperatur wiederhergestellt
wird und zunächst noch der darunter liegenden Muskulatur weiter Wärme entzogen wird. "Somit erklärt sich, dass erst nach mehreren Stunden die ursprüngliche Temperatur im Muskel
wieder erreicht werden kann", erläutert der Mediziner.
Diese Temperatursenkung führt zu einer Abnahme des Energieverbrauchs mit vermindertem Sauerstoffbedarf und einer 50-prozentigen Reduzierung der Stoffwechselgeschwindigkeit. Im
geschädigten Gewebe, wie zum Beispiel nach Trauma oder Operation, können so genannte freie Radikale nicht entsprechend abgebaut werden, welche wiederum zu einer Zerstörung von Zellgewebe
und folglich zu einer Ödembildung (Gewebeschwellung) führen. Der Einsatz von Kryotherapie vermindert aber die Folgen dieser posttraumatischen Gewebeschädigung durch Hemmung der
Zellaktivität und somit das übermäßige Entstehen solcher freien Radikale.
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